6 Jun 2026
Europäischer Gerichtshof verweist Haftungsfragen bei illegalen Glücksspielanbietern weiter an nationale Instanzen

Der Europäische Gerichtshof setzt seine Praxis fort und überlässt Entscheidungen über die Haftung von Betreibern sowie Rückerstattungsansprüche von Spielern mit Verlusten den nationalen Gerichten in Deutschland und weiteren Mitgliedstaaten; diese Vorgehensweise hinterlässt anhaltende rechtliche Unsicherheiten trotz bereits ergangener Urteile und betrifft vor allem Verfahren gegen nicht lizenzierte Online-Glücksspielanbieter sowie Klagen von Spielern auf Erstattung ihrer Verluste. Beobachter stellen fest dass die Herausforderungen in der deutschen Glücksspielregulierung dadurch weiterbestehen und sich in laufenden Verfahren widerspiegeln.
Aktuelle Rechtsprechung des EuGH und ihre Auswirkungen
Mehrere Urteile des Europäischen Gerichtshofs haben bereits gezeigt dass Fragen der Betreiberhaftung und der Erstattung von Spielerverlusten nicht abschließend auf europäischer Ebene geklärt werden sondern an die zuständigen nationalen Gerichte zurückverwiesen werden und Behörden sowie Anwälte in Deutschland berichten dass diese Entscheidungen zu einer fortgesetzten Unsicherheit in der Praxis führen. Während der EuGH in früheren Fällen grundlegende Prinzipien des EU-Rechts wie die Dienstleistungsfreiheit oder den Verbraucherschutz betont hat bleiben konkrete Ansprüche von Spielern gegen unlizenzierte Anbieter weiterhin offen und Gerichte in verschiedenen Bundesländern bearbeiten diese Themen unterschiedlich.
Forscher an europäischen Instituten haben dokumentiert dass die Zahl der eingereichten Klagen seit 2023 stetig gestiegen ist und die Verfahren sich oft über mehrere Instanzen hinziehen; dabei geht es um Beträge die von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Euro pro Spieler reichen und die Anbieter argumentieren regelmäßig dass sie in anderen EU-Staaten tätig waren wo ihre Lizenz gültig war während deutsche Gerichte die Gültigkeit dieser Lizenzen für den hiesigen Markt prüfen müssen.
Rechtliche Unsicherheiten in Deutschland und anderen Ländern
In Deutschland sorgt das Fehlen einer einheitlichen höchstrichterlichen Klärung dafür dass Spieler und Betreiber gleichermaßen auf die Entscheidungen einzelner Landgerichte und Oberlandesgerichte angewiesen sind und die Situation wird durch unterschiedliche Auslegungen des Glücksspielstaatsvertrags sowie der EU-Richtlinien zusätzlich kompliziert. Behörden in Ländern wie Spanien oder den Niederlanden verfolgen ähnliche Ansätze und verweisen ebenfalls an nationale Instanzen was zu einem Flickenteppich an Rechtsprechung führt und grenzüberschreitende Anbieter vor besondere Herausforderungen stellt.
Ein Bericht der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2025 zeigt dass die Zahl der offenen Verfahren im Bereich illegaler Online-Glücksspiele in mehreren Mitgliedstaaten zugenommen hat und Experten weisen darauf hin dass die Rückverweisungen des EuGH zwar die Arbeitslast des Gerichtshofs reduzieren aber gleichzeitig die Notwendigkeit für klare nationale Regelungen verstärken. In Juni 2026 stehen weitere Verhandlungen an die diese Themen erneut beleuchten könnten und Beobachter erwarten dass die nationalen Gerichte ihre Positionen weiter ausdifferenzieren werden.
Fälle mit unlizenzierten Anbietern und Spielerklagen

Spieler die Verluste bei nicht lizenzierten Plattformen erlitten haben reichen vermehrt Klagen auf Rückerstattung ein und berufen sich dabei auf das Fehlen einer gültigen Erlaubnis nach deutschem Recht; Gerichte prüfen in diesen Fällen ob die Anbieter gegen nationale Vorschriften verstoßen haben und ob daraus unmittelbare Erstattungsansprüche entstehen. Die EuGH-Entscheidungen haben bisher keine abschließende Antwort auf die Frage gegeben ob solche Ansprüche europarechtlich zwingend sind und überlassen die Bewertung den nationalen Richtern.
Organisationen wie das European Gaming and Betting Association haben in Stellungnahmen darauf hingewiesen dass die fehlende Harmonisierung zu Wettbewerbsverzerrungen führt und Anbieter mit gültigen Lizenzen aus anderen Staaten benachteiligt werden können; gleichzeitig sehen Verbraucherschutzverbände in den Rückverweisungen eine Chance für stärkere nationale Kontrollen. Ein Fall vor dem Bundesgerichtshof aus dem Jahr 2024 verdeutlicht die Komplexität und zeigt wie unterschiedliche Instanzen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können während ähnliche Verfahren in anderen EU-Ländern parallel laufen.
Persistente Herausforderungen in der deutschen Glücksspielregulierung
Die deutsche Glücksspielregulierung steht weiterhin vor der Aufgabe eine Balance zwischen Verbraucherschutz und der Öffnung des Marktes für regulierte Angebote zu finden und die anhaltenden Unsicherheiten durch die EuGH-Praxis erschweren diese Bemühungen. Behörden arbeiten an der Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags und an der Vergabe von Lizenzen doch die offenen Fragen zur Haftung und zu Rückerstattungen führen zu Rechtsstreitigkeiten die Ressourcen binden und die Planungssicherheit für alle Beteiligten reduzieren.
Akademische Studien von Universitäten in mehreren EU-Staaten haben ergeben dass die rechtliche Fragmentierung auch Auswirkungen auf die Prävention von Spielsucht haben kann da unklare Zuständigkeiten die Durchsetzung von Schutzmaßnahmen verzögern; gleichzeitig zeigen Daten der Europäischen Kommission dass der illegale Marktanteil in manchen Regionen nicht zurückgeht und die Regulierungsbehörden vor zusätzliche Aufgaben stellt.
Ausblick und mögliche Entwicklungen
Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von den Entscheidungen nationaler Gerichte ab und Experten rechnen damit dass in den kommenden Monaten bis Juni 2026 mehrere wegweisende Urteile ergehen könnten die die Rechtsprechung in Deutschland und anderen Ländern beeinflussen. Während der EuGH seine Linie der Rückverweisung beibehält bleibt die Verantwortung für eine kohärente Lösung bei den Mitgliedstaaten und deren Gesetzgebern. Europäischer Gerichtshof sowie Berichte von Forschungseinrichtungen wie dem European Institute for Gambling Studies liefern kontinuierlich neue Erkenntnisse zu diesen Themen.
Schlussfolgerung
Die fortgesetzte Praxis des Europäischen Gerichtshofs schafft in Deutschland und anderen EU-Ländern ein Umfeld in dem rechtliche Unsicherheiten bei Haftungs- und Erstattungsfragen im Online-Glücksspiel bestehen bleiben und die Beteiligten auf nationale Lösungen angewiesen sind; diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit klarer Regelungen auf Ebene der Mitgliedstaaten um langfristig Rechtssicherheit herzustellen und den Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden. Die Entwicklungen bis Juni 2026 werden zeigen ob sich ein einheitlicherer Ansatz herausbildet oder die Fragmentierung weiter anhält.